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Matchbericht 12.10.2019 Yverdon - SCUI 2:4

Nach einer höchst ärgerlichen Niederlage in Neuenburg, wo der SCUI eigentlich nicht die schlechtere Mannschaft war, aber in den entscheidenden Momenten die nötige Cleverness vermissen liess, ging es heute schon wieder in eine Halle, die direkt am Neuenburgersee gelegen ist. Im Gegensatz zur verlustpunktlosen Mannschaft aus der Kantonshauptstadt, handelte es sich bei Yverdon jedoch um eine Mannschaft aus der gleichen Tabellenregion. Aus der genau gleichen sogar, schliesslich standen beide Teams vor der Begegnung mit einem Schnitt von einem Zähler pro Match da. Ein klassisches 6 Punkte-Spiel also. Witzigerweise hatte der SCUI seine bisherigen vier Partien exakt gegen die vier bestklassierten Clubs absolviert. Höchste Zeit also, dass wir es auch mal mit einem Gegner von den hinteren Rängen zu tun bekamen.

 

Wie schon am Mittwoch kachelte es schnell auf der Unterseener Seite. Diesmal bereits in der vierten Minute. Dieser Weckruf verfehlte seine Wirkung jedoch nicht und unsere Jungs kamen immer besser in Fahrt. Man merkte auch, dass Yverdon nicht ganz so viel Gegenwehr leisten konnte wie der Leader. Gegen den allerdings zeigten wir uns im Abschluss viel zu zahnlos, wogegen wir heute viel entschlossener zu Werke gingen und auch die sogenannt dreckigen Tore suchten. So konnte der frühe Rückstand bis zur Pause in eine Führung umgewandelt werden, wobei besonders der zweite Ofen ein solch dreckiger war, auf die man bei Begegnungen mit Tabellennachbarn angewiesen ist.

 

Im zweiten Drittel versuchten die Gastgeber dann über den Kampf zurück ins Spiel zu finden und gingen merklich ruppiger zur Sache. Der SCUI blieb jedoch diszipliniert und liess sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Einzig ein hochspektakulärer Faustkampf bleibt diesbezüglich in Erinnerung, als der Yverdon-Spieler mitsamt seinem Tor zu Boden gewuchtet wurde. Man sollte diese Boxeinlagen ja nicht zu sehr glorifizieren, da sie jeweils auch zu Strafen führen, aber wir liessen uns in den letzten Jahren dennoch einfach zu viel gefallen und es ist trotz allem positiv, wenn wir jetzt Leute an Bord haben, die diesbezüglich Abhilfe schaffen. Wo ebenfalls noch Abhilfe geschaffen werden dürfte, ist bei unserer Powerplayschwäche. Das Boxplay funktioniert bereits bemerkenswert gut, aber in Überzahl taten wir uns schon in Neuenburg schwer. Dies machte sich vor allem während einer vierminütigen Gelegenheit bemerkbar, aus der viel zu wenige Torchancen rausschauten. Als wir uns eineinhalb Minuten vor der Pause bereits mit einem torlosen Drittel abgefunden hatten, kassierte Yverdon nochmal eine Strafe und plötzlich klappte es doch noch. Von der Entstehungsweise her ein klassischer Powerplayspielzug wie aus dem Lehrbuch. Es geht ja!

 

Im Schlussabschnitt waren die Hausherren dann wieder darauf bedacht, die Strafbank zu meiden. Trotzdem gab es viele Unterbrüche, hauptsächlich Iceings, die phasenweise alle paar Sekunden eintraten. Torchancen gabs auf beiden Seiten, wobei wir uns wie so oft auf einen hervorragenden Torhüter verlassen konnten. Unterzahlsituationen konnte der SCUI lange Zeit vermeiden. Erst in den letzten fünf Minuten kam es wieder dazu. Während der letzten Strafe gingen die Gastgeber dann aufs Ganze und nahmen rund eineinhalb Minuten vor Schluss den Torwart vom Eis, was unsere Jungs noch vor Ablauf der Strafzeit zur endgültigen Siegsicherung nutzen konnten. Mit der Sirene zusammen gabs zwar nochmal einen Treffer für Yverdon, aber das interessierte dann auch niemanden mehr.

 

Ich habe danach erstmal etwas im Archiv rumgegrübelt, weil ich den Eindruck hatte, dass es saulange her sein muss, dass wir zuletzt mit sieben Punkten aus fünf Spielen in die Saison gestartet sind. Aber war gar nicht so lange, wie ich gedacht hätte: Als wir das letzte Mal in einer 11er-Gruppe spielten wars, 2016 mit der genau gleichen Ausbeute. Schlussendlich standen wir in dieser Saison nach 30 Spielen mit 21 Punkten auf dem letzten Platz da, holten also aus den folgenden 25 Spielen nur noch doppelt so viele Punkte, wie aus den ersten fünf. Ich denke das ist Warnung genug, um jetzt nicht überheblich zu werden, aber da sehe ich eigentlich auch keine allzu grosse Gefahr bei uns. Wir haben mittlerweile nun wirklich genug erlebt, um zu wissen, dass erst am Schluss abgerechnet wird. Jetzt haben wir erstmal eineinhalb Wochen Pause und da ist es wichtig, mit einem guten Gefühl reingehen zu können.
 

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