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Matchbericht 22.9.2018 Yverdon - SCUI 5:1

Gott was hab ich letzte Saison noch für grosse Reden geschwungen von wegen es würde immer Matchberichte geben. Aber wie schlimm diese Saison wirklich war, kann sich selbst der grösste Pessimist nicht vorstellen, bevor er es selber erlebt hat. Man musste schon Masochist sein, um sich diese ewig gleichen Spiele überhaupt anzuschauen gegen die ewig gleichen Gegner, wo es erst noch quasi um nichts ging. Erzählt mir, was ihr wollt. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass eine richtige Meisterschaft mehr Zuschauer anlocken wird. Auch wenn die Gegner nicht immer aus der direkten Nachbarschaft stammen.

 

Heute ging es zum Auftakt erstmal in die Patinoire d'Yverdon. Gemäss Google Maps genau 135 km vom Eissportzentrum Bödeli. Also knapp 15 km weniger als nach Basel, wo wir vor Einführung der MSL etliche Male, auch unter der Woche, angetreten sind. Im Gegensatz zu sämtlichen Eissportstätten in Basel befindet sich jene in Yverdon jedoch direkt am Neuenburgersee. Eine wunderschöne Region, die zu Schifffahrten und Weisswein animiert.

 

Die Höhepunkte des Tages blieben landschaftlicher und reisetechnischer Natur. Im ersten Abschnitt gab es beidseits kaum Torchancen, auch zwei Powerplays unsererseits änderten daran nicht viel. Insgesamt hatten die Gastgeber aber bereits da mehr vom Spiel, weshalb es absolut verdient war, dass sie ihre erste Überzahlgelegenheit kurz vor der Sirene zum 1:0 ausnutzten.

 

In den verbleibenden beiden Dritteln spielte sich das Geschehen dann fast ausschliesslich in unserer Zone ab. Jetzt kamen die Waadtländer ziemlich regelmässig zu guten Abschlussgelegenheiten. Dass auch im zweiten Abschnitt nur ein Treffer, wiederum im Powerplay, herausschaute, war angesichts der Spielanteile eigentlich klar zu wenig, hielt für uns allerdings einen Keim der Hoffnung am Leben.

 

Dieser Keim erstickte direkt nach der Pause mit dem 3:0, was für den SCUI der endgültige Genickbruch war. Eine richtig dicke Torchance gabs zwar noch, aber die gehen in solch frustrierenden Situationen halt selten rein. Nun waren die Hausherren ihrerseits mit wesentlich mehr Effizienz bei der Sache. 5:0 stand es bereits, bis uns in der letzten Spielminute wenigstens noch der Ehrentreffer gelang.

 

Schwierig zu sagen, was das jetzt alles bedeutet. Wer kann diese ganzen neuen Gegner schon richtig einschätzen? Yverdon hat letztes Jahr den achten Qualirang erreicht. Ein Spitzenteam werden sie wohl auch in dieser Saison nicht sein, aber was das bezüglich der heurigen Tabelle genau heisst und wie die Westschweizer Mannschaften im Vergleich zu unserer alten Gruppe zu bewerten sind, ist extrem schwer zu sagen. Lyss hat jedenfalls schon mal eine Duftmarke gesetzt und in Sion 7:2 gewonnen. Genau dort wird unser nächstes Spiel stattfinden. Wenns wieder so eine Klatsche gibt, wäre das dann schon etwas beunruhigend. Wir müssen ja nicht unbedingt im ersten Heimspiel schon das Messer am Hals haben.

 

Eine tolle Anreise, eine schmucke Halle und eine herrliche Umgebung. Sogar Alperose haben sie für uns gespielt. Da kann man gerne mal wieder hin. Sportlich jedoch haben wir noch viel Luft nach oben. In jeder Hinsicht.
 

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