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Matchbericht 15.12.2018 St-Imier – SCUI 2:3

Zum letzten Mal in diesem Jahr mussten wir den schweren Gang über den Röstigraben antreten. Saint-Imier hiess die Destination dieses Mal. Ein recht verschlafenes Nest. Die haben am Bahnhof keine Glühbirnen auf dem Klo, resp auf der Toilette wie man auf berndeutsch sagt. Teilweise gibts nicht mal einen Bürgersteig, resp ein Trottoir wie man auf berndeutsch sagt. Und kalt ist es dort. Draussen wähnte man sich in einem Kühlschrank, resp in einem Frigo wie man auf berndeutsch sagt. Da wäre schon manch Einer lieber zu Hause im liebsten Polstersessel geblieben, resp im Fauteuil wie man auf berndeutsch sagt. Aber dafür kann man dann wieder Allen erzählen, was für ein treuer Fan man sei. Man ist ja schliesslich auch gerne mal Angeber, resp Blagueur wie man auf berndeutsch sagt. Die Erinnerungen ans Hinspiel waren auch alles andere als positiv: Annähernd die gesamte Partie dominiert haben wir und schlussendlich gewann St-Imier 3:0. Wenigstens „Entschuldigung“ hätten sie sagen können, resp „Excusez“ wie man auf berndeutsch sagt.

 

Die Halle scheint frisch renoviert worden zu sein. Haben quasi ein ganzes Stockwerk neu eingebaut, mit Getränkestand, resp Buvette wie man auf berndeutsch sagt. Dort wurde erstmal eine Armeeration Bier für den Unterseener Anhang verkauft. Das ging wohl tief in den Geldbeutel, resp ins Portemonnaie wie man auf berndeutsch sagt. Wir sind wohl Alle froh, dass wir gegen unsere nächsten drei Gegner wieder in unserem geliebten Dialekt parlieren können, der so gar nichts mit dem zu tun hat, was diese Welschen faseln.

 

Die Hausherren starteten klar besser. Aber unsere Jungs verteidigten gut und konnten sich auf einen überragenden Torhüter verlassen, der bereits sehr früh den ersten big save zeigte und entsprechend gut ins Spiel kam. Auch im ersten Boxplay des Abends liess er sich nicht bezwingen. Kurz darauf konnte der SCUI einen ersten richtig guten Konter fahren und prompt das 1:0 erzielen. Danach erhielten wir unser erstes Powerplay und hätten bei einem Pfostenschuss um ein Haar auch unsere zweite Chance verwandelt. Die dritte, wiederum bei 5 gegen 5, war dann tatsächlich drin, eine lehrbuchmässige Direktabnahme. St-Imier war übers ganze Drittel hinweg gesehen die deutlich bessere Mannschaft. So gesehen war es sicher nicht verwunderlich, dass sie auf 1:2 verkürzen konnten. Die Umstände waren allerdings höchst ärgerlich. Zwei Strafen gegen Unterseen waren ausgesprochen. Die zweite davon war extrem hart gepfiffen. Aber den Messerli hatten die Schiris an diesem Abend allgemein grausam auf dem Kieker. Direkt von der Strafbank kommend, hatte er den dritten Treffer auf dem Stock und kassierte danach nochmal eine Strafe, die wir dann auch noch ins zweite Drittel mitnehmen mussten, diesmal für gar nichts.

 

Als diese Unterzahl dann überstanden war, zeigte sich ein etwas anderes Bild. Unsere Jungs konnten nun bei 5 gegen 5 viel besser mithalten, liessen kaum noch Chancen zu und zwangen die Gastgeber zu mehreren Strafen, über eine Minute doppelte Überzahl war dabei. Aber wenn man in diesem Spiel einen Unterseener Schwachpunkt finden will, so muss definitiv (wieder einmal) das Powerplay erwähnt werden. Ansonsten begegneten sich die Teams im zweiten Abschnitt aber absolut auf Augenhöhe. Entsprechend war St-Imier auf eine Überzahlsituation angewiesen, um das Spiel auszugleichen. Im direkten Gegenstoss konnten wir jedoch mit einer unglaublichen Willensleistung gleich wieder in Führung gehen. Nägeli tankte sich durch, Bieri verwandelte den Abpraller, prompt konnten wir doch wieder mit einer Führung in die Pause.

 

Im Schlussdrittel kam das grosse Zittern. Nun waren wieder ganz klar die Einheimischen die spielbestimmende Mannschaft. Aber der SCUI wehrte sich mit allem was er hatte und konnte nach wie vor auf einen herausragenden Seiler im Tor zählen. Mehrere Strafen wurden gegen uns gepfiffen, eine nach der anderen nahmen wir von der Uhr, die letzten 30 Sekunden mussten wir uns mit vier gegen sechs Feldspieler wehren, aber alles überstanden wir und brachten die ungemein wichtigen drei Punkte ins Trockene. Eine extreme Kampfleistung! Auch von der Tribüne. Die Akustik war ja schrecklich dort drin. Fast wie in Thun gegen den Wind zu singen. Aber wir gaben alles. Auch als es darum ging, Roman Messerli nochmal aufs Eis zu holen. Dieser war bereits in der Garderobe und bekam daher nichts davon mit, was das Ganze entsprechend in die Länge zog. Aber auch dieses Unterfangen wurde nach langem Kampf von Erfolg gekrönt. Ich schlage vor, wir holen ihn jetzt nach jedem Sieg raus, einfach damit ers schon weiss.

 

Natürlich kommen wir nicht darum herum, auch ein paar Worte zur Trainerentlassung zu verlieren. Überrascht hat sie wohl niemanden, nicht mal das Trainerduo selbst. Die sportliche Erfolgsbilanz ist schwach, das lässt sich nicht wegdiskutieren und der Trainer ist in solchen Fällen immer das schwächste Glied in der Kette, so funktioniert dieses Geschäft nun mal. Auch beim Publikum war der Rückhalt zuletzt überschaubar, wobei der Einfluss des Coachs für Aussenstehende nur sauschwer zu beurteilen ist. Was man jedoch ganz klar sagen muss, ist, dass der Umgang mit der Fanszene von beiden Trainern stets absolut respektvoll, kollegial und vorbildlich war. Dies kann man weiss Gott nicht von all ihren Vorgängern behaupten. Wir gehen also im Guten auseinander und wünschen den Zweien für ihre Zukunft nur das Beste. Immerhin stehen sie jetzt nicht mehr in der Schusslinie. Je länger je mehr wurde ihnen für alles die Schuld in die Schuhe geschoben. Jetzt stehen Andere in der Verantwortung, allen voran die Spieler.
 

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