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Matchbericht 24.11.2018 Meyrin - SCUI 5:4 n.V.

Eine wegweisende Partie stand für den SCUI an. Ein Sieg nach 60 Minuten und man könnte je nach Konstellation bis zu drei Plätze gutmachen. Meyrin würde man in jedem Fall überholen, ausserdem standen noch die Teams aus Sion und Villars in Aussicht, die sich keine Niederlage erlauben durften. Bereits am Nachmittag erfüllten uns die Adelbodner den ersten Wunsch und kamen mit einem deutlichen Sieg aus dem Wallis zurück. Kurz vor Spielbeginn traf dann die Nachricht ein, dass in Villars ebenfalls das Heimteam im Rückstand liege. Es lief also alles für uns, bis unser Spiel begann...

 

Direkt zum Puckeinwurf in Meyrin fiel der Ausgleich für Villars und nach zweieinhalb Minuten in unserem Spiel musste bereits der erste Unterseener die Kühlbox aufsuchen. Die Gastgeber fackelten nicht lange und benötigten gerade mal 15 Sekunden, um mit einem unhaltbaren Schuss das Skore zu eröffnen. Unserer Jungs allerdings reagierten darauf in der bestmöglichen Art und Weise: Rund eine Minute später war das Spiel wieder ausgeglichen und danach dauerte es lediglich 45 Sekunden, bis gar der Führungstreffer gelang. Dies brachte die Genfer nun doch ziemlich aus dem Konzept und sie frassen direkt nacheinander zwei dumme Strafen. Es wäre die Gelegenheit gewesen, die Weichen früh auf drei Punkte zu stellen und die Verunsicherung beim Gegner endgültig auf die Spitze zu treiben. Aber es klappte nicht. Gute Ansätze waren zwar zu erkennen, jedoch warteten wir stets vergebens auf den tödlichen Pass oder Schuss. So motivierten wir die Hausherren nur unnötig und plötzlich war es der SCUI, der völlig aus dem Konzept geriet. Bereits im nächsten Powerplay mussten wir mächtig zittern, Meyrin ging viel zielstrebiger mit dieser Situation um. Kacheln jedoch tat es erst wieder bei 5 gegen 5, dafür gleich doppelt. Dies war kein Zufall. Bei numerischem Gleichstand ging bei uns seit dem 2:1 plötzlich gar nichts mehr und das noch eine ganze Weile.

 

Umso besser eigentlich, dass uns die Einheimischen direkt nach der Pause eine Überzahlgelegenheit schenkten. Jedoch liessen wir auch in unserem dritten (und letzten) Powerplay die nötige Entschlossenheit und den Zug aufs Tor vermissen. Und dann kam auch noch die Höchststrafe: Nach einer kurzen Unachtsamkeit an der blauen Linie konnten die Genfer einen Konter fahren. Hier zeigte sich der grosse Unterschied zwischen diesen beiden Teams. Meyrin ist keine Übermannschaft, weiss Gott nicht. Selbst in unserer schwächsten Phase taten sie sich schwer mit dem Spielaufbau bei 5 gegen 5 und defensiv standen sie immer wieder mal mächtig im Schilf. Auch individuelle Fehler machten sie insgesamt nicht weniger als wir. Aber sie waren viel kaltblütiger vor dem Tor. Sowohl Pass als Schuss kamen genau im richtigen Moment und mit der richtigen Qualität. Schon waren wir zwei im Teig und jegliche Punkte schienen weit weg. Glücklicherweise wurden die Gastgeber nun, so richtig romand-like, ziemlich nonchalant und erlaubten uns aus heiterem Himmel den Anschlusstreffer. Nun kippte das Spiel von der einen Sekunde auf die andere wieder. Die Gastgeber waren völlig verunsichert und wir pochten mit einer Vehemenz, wie wir sie seit der 5. Minute nicht mehr gesehen hatten, auf den Ausgleich, welcher auch noch vor der Sirene Tatsache wurde.

 

Das dritte Drittel verlief dann plötzlich komplett anders. Bis dahin war es ein offener Schlagabtausch mit einigen Strafen und vielen Chancen auf beiden Seiten. Dies hatte zwar auch einiges mit Nachlässigkeiten in beiden Defensivreihen zu tun, war aber extrem unterhaltsam. Nun waren beide Teams viel mehr auf die Abwehrarbeit bedacht und nahmen auch keine einzige Strafe mehr. Es war eben doch ein 6-Punktematch und es stand viel auf dem Spiel, dies bemerkte man nun überdeutlich. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass der SCUI etwas besser war, aber die heisseste Szene gehörte ganz klar Meyrin: Der vermeintliche Siegtreffer wurde ihnen aberkannt. Selbst im Unterseener Fanblock liess sich niemand finden, der so wirklich sagen konnte, was da genau das Problem gewesen sein sollte. Auf jeden Fall zählte das Tor nicht und so konnten wir immerhin einen Punkt ins Trockene bringen.

 

Dass es in der Verlängerung nicht so weitergehen konnte, war wohl Allen klar. Defense first kannst du bei 3 gegen 3 vergessen. So konnten die Hausherren direkt nach dem gewonnenen Bully einen Angriff lancieren, der nach läppischen acht Sekunden doch noch zum Genfer Siegtreffer führte. Auch der war höchst umstritten, eine Kickbewegung wurde moniert. Wahrscheinlich hätte es gegen diesen Treffer mehr einzuwenden gegeben, als gegen jenen, der nicht gezählt hat. Aber Videobeweis gibts halt keinen und man kann nicht erwarten, dass der Schiri bei zwei solchen Situationen beide Male gegen das selbe Team entscheidet.

 

Auch wenn es extrem ärgerlich ist, auf solche Art und Weise zu verlieren, hätten wir genug Möglichkeiten gehabt, das Spiel bereits nach 60 Minuten für uns zu entscheiden und diesen eminent wichtigen Sieg zu landen. Dies führt dazu, dass man mit diesem einen Punkt ganz und gar nicht zufrieden sein kann, auch wenn es zu Spielhälfte überhaupt nicht danach ausgesehen hat, dass wir noch punkten. Jetzt haben wir immerhin einen Zähler auf Saastal gutgemacht. Aber so wirklich vorwärts kommen wir damit halt auch nicht und liegen nach wie vor auf einem Platz, der nicht zum direkten Ligaerhalt führt. Eine besonders wohlwollende Erwähnung hat sich jedenfalls noch der Präsident des CP de Meyrin verdient, der den Unterseener Supportern nach dem Spiel eine Runde Bier offerierte. Das nenn ich mal einen feinen Zug!

 

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