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Matchbericht 18.11.2017 Zuchwil - SCUI 2:3

Ja aber weisst du, das muss ich mal sagen. Das ist einfach scheisse. Jetzt spielen wir am Mittwoch gegen Zuchwil und heute wieder. Es ist einfach alles Zuchwil. Das ist scheisse. Es ist auch für die Matchberichte scheisse. Es kackt mich so an. Jetzt hätte ich am Mittwoch einen Bericht über Zuchwil schreiben sollen und heute schon wieder. Die Motivation ist völlig am Arsch. Und das ist auch ein grundsätzliches Problem der Matchbesuche. Wir können uns nicht auf der einen Seite über schwindende Zuschauerzahlen beklagen und auf der anderen Seite einfach tatenlos zusehen, wie diese Liga zu dem verkommt, was sie ist. Wir sind die Lachnummer der gesamten Sport-Schweiz mit unserer Siebnergruppe. Wer auch immer aus der MSL absteigt, ich erwarte ganz klar auch von unserer Vereinsführung, dass ALLES unternommen wird, damit diese Mannschaft in unsere Gruppe kommt. Sprachbarrieren haben die anderen beiden Gruppen schon lange und die Wege sind nicht weit. Die Westgruppe geht von Genf bis Saastal, die Ostgruppe von Zürich via Bellinzona nach Arosa. Und wir jammern rum, wenn wir ins Aargöi müssen. 30 Spiele gegen sechs verschiedene Gegner spielen zu müssen, ist scheisse, da kann es keine zwei Meinungen geben. Das will sich niemand antun. Auch kein Grosi und Götti. Wenn wir dieses Problem nicht endlich anpacken, muss sich niemand wundern, wenn dieser Verein vor die Hunde geht. Die Liga ist es nämlich schon lange.

 

Nach ihrer Niederlage in Matten musste man damit rechnen, dass die Zuchwiler loslegen wie die Feuerwehr. Das probierten sie dann auch, aber es ging nicht so leicht, wie noch beim Aufeinandertreffen vor Monatsfrist. Wir haben plötzlich ein funktionierendes Defensivkonzept, keine Ahnung wo das aufs Mal herkommt, aber Hauptsache es ist da. Natürlich hatte Zuchwil mehr Scheibenbesitz und ein leichtes Chancenplus, aber die Gastgeber hatten sich das erste Drittel sicher anders vorgestellt. In dieser Partie hat man gut gesehen, dass die Stärken der Solothurner überwiegend in der Offensive liegen. Defensiv haben die immer wieder haarsträubende Fehler drin, jedoch waren wir in der Vergangenheit nur selten dazu in der Lage, davon zu profitieren, oder erst zu einem Zeitpunkt, als die Partie bereits entschieden war. Dieses Mal jedoch hielten wir das ganze erste Drittel hinten dicht. Als wir dann kurz vor der Pause eine Strafe frassen, schien dies Zuchwil als die ultimative Chance zum Führungstreffer anzusehen und leistete sich eine völlige Überheblichkeit im eigenen Drittel, welche wir dann prompt zur vielumjubelten Pausenführung ausnutzen konnten.

 

Auch im zweiten Abschnitt taten sich die Hausherren schwer. Ich hatte immer noch den Eindruck. dass sie häufiger in Puckbesitz waren. Etwas detailliertere Statistiken wären da natürlich hilfreich, aber was erwartet man schon von unserer Witzliga. Ein Chancenplus jedoch hätte ich in diesem Drittel eher bei uns verortet. Dies hing auch damit zusammen, dass wir Zuchwil immer wieder zu Strafen zwangen. Kurz nach Spielhälfte konnten wir eine solche denn auch tatsächlich zum 0:2 nutzen. Nun sah sich Zuchwil gar zu einem Timeout gezwungen. Langsam wurden sie definitiv nervös. Schade dass es dann kurz vor der Sirene doch noch bei uns kachelte. Das wäre nicht nötig gewesen. Wobei eine 2-Tore-Führung anhand des Gezeigten zugegebenermassen etwas gar viel gewesen wäre.

 

Im letzten Drittel sah man dann jenes Zuchwil, welches wir schon von Anfang an erwartet hätten. Konsequent mit viel Zug aufs Tor. Bereits nach knapp zweieinhalb Minuten war der Ausgleich Tatsache und die Einheimischen blieben am Drücker. In dieser Phase hätte von uns wohl Jeder für einen Punkt unterschrieben. Aber unsere Jungs kämpften weiter und wie gesagt, unser Defensivkonzept funktioniert mittlerweile. Auch ein Zuchwil kann nicht das ganze Drittel durchpowern. In der zweiten Hälfte des Schlussabschnitts kamen auch wir wieder zu Torchancen und es waren weiterhin Unzulänglichkeiten in der Solothurner Hintermannschaft auszumachen. Schlussendlich hätte die Partie auf beide Seiten kippen können, wie bereits jene unter der Woche. Dass es beide Male auf unsere Seite kippte, hatte sicher auch mit Glück zu tun, aber ich denke, wir dürfen das ungeniert beide Male als das Glück des Tüchtigen ansehen. Die letzten Spiele haben der Mannschaft hoffentlich die Augen geöffnet: Einsatz und Disziplin sind eben nicht einfach nur Worthülsen, sondern können tatsächlich Siege bringen. Selbst bei einem Spitzenteam.

 

Nach diesem ehrlich gesagt ziemlich unerwarteten Sieg habe mir lange überlegt, ob ich den Matchbericht anders aufziehen soll. Es ist ja schon doof, dass ich inmitten der ganzen Euphorie jetzt mit so deprimierten Worten komme. Aber ich bin zum Schluss gekommen, dass es nun passender ist, denn je. Selbst nach so einem Spiel ist das Problem mit unserer Liga allgegenwärtig. Wenn man in Zuchwil gewinnt, kann man verdammt weit kommen. Aber was sollte das bringen? Aufsteigen wollen wir nicht, absteigen können wir nicht. Wir hoffen nunmehr seit 15 Jahren darauf, dass sich der Teammangel in unserer Region von selbst löst und jetzt müssen wir diese Hoffnung endlich begraben. Das Problem wird weiterhin bestehen und das macht mir Bauchschmerzen. Selbst dann wenn der SCUI sportlich zu begeistern vermag, wie wir das schon lange nicht mehr erlebt haben.

 

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