zurück

Matchbericht 18.10.2017 Zuchwil - SCUI 7:1

Nun trat man also beim Leader an, nachdem man gegen das Schlusslicht den ersten Saisonsieg einfahren konnte. Dieser war ein höchst seltsamer einer. Ich wüsste bis heute nicht, was ich darüber schreiben sollte. Ich will keine Mannschaft kritisieren, die 3:0 gewinnt und auch keine, die mit 10 Feldspielern nur 0:3 verliert. Das Spiel selber war ein einziger Krampf und gab sonst nichts her. Das wars auch schon. Eine wesentlich ereignisreichere Partie durfte dagegen in Zuchwil erwartet werden.

 

Ereignisreich war sie denn auch definitiv. Unsere Spiele sind ja zumeist torreich, wenigstens auf einer Seite. Ein Matchbericht im herkömmlichen Sinn wäre allerdings auch bei dieser Begegnung absurd. Das erste Powerplay, welches dann auch zum zwischenzeitlichen Anschlusstor führte, war echt geil. Ansonsten jedoch war der Abend eine einzige Abschlachtung. Ein verletzter Torhüter, jede Menge Gegentore und eine Mannschaft, die wie geschlagene Hunde vom Feld schlich, war die ernüchternde Abschlussbilanz einer Demontage in Zuchwil. Dass wir offensiv bei diesem Gegner nicht viel zu melden haben, war zwar anzunehmen, aber auch defensiv machten wir ihnen das Leben mehr als leicht. Ich weiss zwar nicht genau, was unser Abwehrkonzept sein soll, aber sobald die Solothurner in unser Drittel kamen, war ein Verhalten zu beobachten, welches mich sehr an einen Kumpel von früher erinnerte. Der hatte mal die glorreiche Idee, zu seinen zwei Katzen einen Hamsterkäfig in die Stube zu stellen. Die beiden sind dann den halben Tag drumrum geschlichen, haben den Hamster mit grossen Augen beobachtet und stets darauf gewartet, dass sich dieser Käfig irgendwie von Zauberhand alleine öffnet. Dies schien auch unsere Herangehensweise zu sein. Zwei schleichen um den scheibenführenden Spieler herum und warten, dass er den Puck von selbst abgibt. Dies ist allerdings eine wichtige Aufgabe, es braucht nämlich zwei weitere Spieler, die aus sicherer Entfernung nachschauen, ob die ersten beiden korrekt schleichen. Das ist wahrscheinlich diese berühmte Second Line, von der die Coaches immer reden. Dazu braucht es noch einen fünften Feldspieler, der verwirrt dahinter steht und sich wundert, warum jetzt da noch so ein seltsamer Kerl im Zuchwil-Leibchen direkt vor diesem Tor rumlungert, obwohl das doch gar nicht seins ist. Ich bin ja jetzt nicht der grosse Taktikfuchs, aber ich habe fast den Eindruck, wir sollten dieses Konzept vielleicht noch einmal überdenken.

 

Wenn man dann selber kaum je einen Pass an den Mann bringt, kommts dann halt öppen so raus, wies rausgekommen ist. Nach der Hinhinrunde in der Hälfte aller Spiele sieben Öfen gefressen, das musst du auch erstmal schaffen. Es war ja anzunehmen, dass es eine harte Saison wird, aber das ist schon etwas gar starker Tobak, gerade wenn man für sowas dann auch noch an einem Mittwoch Abend extra nach Solothurn fährt. Weiter gehts auf unserem Road Trip nach Lyss, zum aktuell Zweitplatzierten. Mal schauen, was das wird. Abgehärtet sind wir ja mittlerweile.
 

zurück