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Matchbericht 7.2.2018 SCUI – Thun 2.4

Eine seltsame Sache ist das: Monatelang gehts um gar nichts und jetzt plötzlich gehts um alles. Monatelang haben wir immer den selben Gegner und jetzt plötzlich, ganz kurz vor Ende der Quali, kriegen wir doch noch einen neuen. Wobei, so wirklich neu ist der ja auch nicht. Ein alter Bekannter von früher. Diesbezüglich war die heurige Cupsaison sowieso ein voller Erfolg. Ein echter Lichtblick inmitten der unvergleichlich langweiligen Einöde dieser Saison. In der ersten Runde durften wir ja endlich wieder mal einen Sieg in der Sagibachhalle feiern. Und auch da waren etliche alte Bekannte dabei, die sich wohl nicht hätten erträumen lassen, gegen den SCUI mal noch eine 1:6-Heimklatsche einstecken zu müssen… Der heutige Vergleich indes war insbesondere interessant, um mal zu sehen, wie wir gegen einen MSL-Club ausschauen. Thun ist zwar keine Spitzenmannschaft, aber hat doch die Playoffs geschafft. Wie gross der Klassenunterschied genau ist, kann jedoch niemand wirklich sagen.

 

Läuferisch war sicher erkennbar, dass sich die Thuner eine andere Gangart gewohnt sind. Aber unsere Jungs hielten gut dagegen und wurden in einem ersten Powerplay durchaus gefährlich. Auch wenn es zu diesem Zeitpunkt nicht kacheln wollte, war es kurz darauf soweit und Thun schaute erstmal blöd aus der Wäsche. Die hatten wohl eher die Erwartung, dass das eine lockere Sache wird. Vor lauter Verwunderung waren sie denn auch nicht wirklich in der Lage, einen Zahn zuzulegen. Zwei Unterzahlsituationen überstanden wir schadlos und konnten die Führung in die Pause mitnehmen. Kurz zuvor schrammten wir gar nur haarscharf an einem zweiten Tor vorbei. Trotzdem wollte sich bei uns aber natürlich niemand über den Pausenstand beklagen.

 

Im zweiten Drittel wars dann doch soweit mit dem zugelegten Thuner Zahn. Nach nur drei Minuten war der Ausgleich Tatsache und die Gäste drückten vehement auf die Führung. Kurz nach Spielhälfte war es dann soweit. Danach machte sich aber doch bemerkbar, dass auch der EHC Thun nicht in der Lage ist, ein solch horrendes Tempo ein ganzes Drittel lang durchzuziehen. Sie hatten immer noch mehr vom Spiel, aber nun kamen auch wir wieder zu unseren Chancen. Fünf Minuten vor der Sirene fand eine solche tatsächlich den Weg ins Tor. Wieder mussten wir zwei Boxplays überstehen, wieder gingen wir mit einem guten Resultat in die Pause.

 

Erneut gaben die Thuner zu Beginn des Spielabschnitts erstmal den Tarif durch. Diesmal konnten sie uns aber nicht derart an die Wand fahren. Bis auf eine Zweiminuten-Strafe schaute nichts heraus. Danach fanden auch wir allmählich wieder zu unserem Spiel und zu Torchancen. Da hatten wir einen waschechten Cupfight, ein richtig geiles Derby, mit einer Intensität, die man in unserem schnarchnasigen Ligabetrieb niemals erlebt. Das Spiel hätte nun auf beide Seiten kippen können. Gegen Ende der Partie drehte Thun erwartungsgemäss nochmal richtig auf. Wobei wir auch da zu Konterchancen kamen. Der Oberklassige hätte sich wirklich nicht beklagen dürfen, wenn er an diesem Abend aus dem Cup rausgefault wäre. Aber insgesamt sah man halt schon, dass es kein Zufall ist, dass die Thuner in der höheren Liga spielen, auch wenn der Unterschied kleiner war, als sie wohl gehofft hatten. In der 57. Minute kams dann doch noch zum spielentscheidenden Ofen. Auch danach hatten wir noch unsere Chancen, insbesondere, nachdem wir den Torhüter rausgenommen hatten. Jedoch es sollte einfach nicht sein und schlussendlich landete die Scheibe in unserem verlassenen Gehäuse.

 

Wie gesagt, was Spannung und Emotionalität angeht, war diese Begegnung eine ganz andere Sache als in unserer Langweilerliga. Bei uns gehts jetzt noch zweimal um nichts. Also nicht so um nichts wies bisher sowieso immer ging, sondern so richtig um überhaupt gar nichts. Ich geh jedenfalls trotzdem nach Zuchwil. Die Mannschaft hat es verdient, dass wir sie auch dort unterstützen. Zum ersten Mal seit langer Zeit können wir die Quali mit einem überwiegend positiven Gefühl beenden. Das hat natürlich auch mit unserem Idiotenmodus zu tun. Und trotzdem stehen wir sportlich besser da, als in vergangenen Jahren. Das sieht man zum Beispiel daran, dass wir auch mit einem MSL-Team mithalten können, auch wenn wir nicht ganz auf dem gleichen Niveau sind. Oder zumindest noch nicht.

 

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