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Matchbericht 31.1.2018 SCUI – Burgdorf 5:2

Meine Fresse ist es lange her seit dem letzten Matchbericht. Das war auch alles anders geplant. Es stand ja von Anfang an fest, dass wir die langweiligste und eintönigste Quali der gesamten Eishockeygeschichte erleben werden. Aber wie schlimm es wirklich wird, konnte man selbst mit den schlimmsten Befürchtungen nicht abschätzen. Das will man echt nicht erlebt haben. Weniger als 190 Zuschauer gegen Lyss und mittlerweile müssen wir die Leute schon gratis reinlassen. Woran liegt das wohl? An den supergeilen Derbies und den kurzen Reisewegen? Ein richtiges Derby ist sowieso nur noch Adelboden und die wirds auch zukünftig nicht in die andere Gruppe verschlagen. Es gibt nach wie vor mehr SCUI-interessierte Leute, als jene die aktuell an die Spiele kommen. Aber kein Schwanz will sich diese Tubeliliga mit den ewig gleichen Gegnern ohne jegliche Spannung oder sportlichen Reiz antun. Rechnet das mal hoch. All diese Eintritte in all diesen Spielen plus Konsumation. Mit der Kohle kannst du schon ein paar Kilometer mehr reisen. Ausserdem haben wir dann auch wieder einen normalen Spielplan und müssen nicht mehr jeden Gegner schon in der Quali zwei- oder dreimal besuchen. Und hört mir mal mit dem MSL-Gejammer auf. Man muss diese Liga nicht gut finden, wirklich nicht, aber die ZS-Gruppe krankt schon seit Jahrzehnten und das nicht zu knapp. Auf- und Abstieg funktionieren seit der Steinzeit nicht mehr. Ewig 11 Teams und niemanden kümmerts. Belp wurstelt sich jahrelang durch, ohne je auf 1. Liga Niveau anzukommen. Bellinzona wechselt hin und her, obwohl sie im Osten auch so genug Teams haben. Die Regionaleinteilungen sind völlig unlogisch und willkürlich, teilweise stimmen sie nicht mal mit den Einteilungen im Nachwuchsbereich überein. Aber klar, vorher war alles super und es ist alles nur wegen der neuen Liga. Wenn wir laut genug heulen, lösen sie die sicher uns zuliebe wieder auf!

 

Aber ein paar Worte zum Spiel wollen wir jetzt doch noch verlieren, auch wenn die ganze sportliche Situation die Gemüter natürlich wesentlich weniger erhitzt, als die Gruppenumteilung, was eigentlich ja schon alles sagt. Die seltsame Ausgangslage ist jedenfalls auch den Spielen anzusehen. Das soll kein Vorwurf sein, die Endplatzierungen der beiden Teams standen schon vor dem Spiel fast definitiv fest. Da ist es immer schwierig, den Tritt zu finden. Nach knapp 10 Minuten nutzten unsere Jungs zwei Nachlässigkeiten in der Burgdorfer Hintermannschaft gnadenlos aus. Besonders bemerkenswert ist dabei der zweite Treffer. Eine Koproduktion unserer Eigengewächse Simon Jaggi und Jan Mathys. Da scheint was nachzukommen von unseren jungen Wilden. Sehr gut so, wir können es brauchen…

 

Es ist schwierig zu sagen, ob Burgdorf nicht mehr konnte oder nicht mehr wollte. Kann natürlich auch sein, dass der dritte Unterseener Treffer acht Sekunden nach der Pause sämtliche guten Vorsätze über den Haufen warf. Trotzdem werden die Adelbodner in den Playoffs andere Gegenwehr leisten, das verspreche ich euch. Aber ich will keineswegs die Leistung unserer Mannschaft schmälern. Man kann immer nur so gut spielen, wie es der Gegner zulässt. Und wir lassen wesentlich weniger zu, als ich es im Sommer und insbesondere nach dem Saisonstart erwartet hätte. Wir sind sportlich definitiv besser als letztes Jahr, was nach der (erneuten) Verjüngung der Mannschaft nicht unbedingt zu erwarten war. Wieviel die Punkte gegen Reinach wert sind, ist natürlich schwierig zu beurteilen, aber selbst wenn wir die komplett rausrechnen, wären wir in beiden anderen Gruppen immer noch mitten im Playoffkampf. Man stelle sich vor, wieviel interessanter und reizvoller die Spiele jetzt wären, gegen Gegner, die zum ersten Mal in dieser Saison nach Matten kämen und auch nicht weniger Fans mitbrächten als Burgdorf.

 

Im letzten Drittel versuchten die Gäste dann plötzlich doch noch, sich gegen die Niederlage zu wehren. Wahrscheinlich hat uns das ein bisschen überrascht. Wir waren defensiv nicht so stabil wie auch schon. Mit zwei Toren zu Drittelsmitte kamen die Emmentaler plötzlich wieder ran. Nun drückten sie plötzlich auf den Ausgleich und wir bekamen einen Vorgeschmack darauf, mit welcher Gegenwehr wir in den Playoffs zu rechnen haben werden, falls sich bei uns noch jemand daran erinnern kann, was Playoffs sind. In der 58. Minute frassen wir dann eine ärgerliche Strafe und Burgdorf nutzte natürlich die Gelegenheit, um mit sechs gegen vier anzutreten. Aber wer erst im letzten Drittel mit Hockey spielen beginnt, hat keine Punkte verdient. Entsprechend versenkten wir noch zwei empty netter, schickten die Burgdorfer nach Hause und uns definitiv nach Adelboden.

 

Ausgerechnet unseren ultimativen Angstgegner erwischen nun also in den Playoffs. Na dann sind wir mal gespannt. Aber sieben Mal in einer Saison gegen Adelboden verlieren können wir einfach nicht bringen. Einfach mal unhuren nicht. Immerhin konnte WB15 dank grosszügiger Sponsoren eine Gratis-Carfahrt auf die Beine stellen. Meldet euch gefälligst an, da! Die Halle soll beben. Jetzt heissts erstmal Cupderby gegen Thun. Wir sind nur noch einen Sieg von der Hauptrunde entfernt. Natürlich sind die Thuner klarer Favorit. Aber umso mehr müssen wir alles daran setzen, endlich auch mal in den Cup zu kommen. Da erwarte ich dann auch einiges. Insbesondere weil wir endlich mal wieder einen anderen Gegner haben.
 

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