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Matchbericht 29.10.2016 Thun - SCUI 4:2

So, heute muss es schnell gehen. Wir versuchen schliesslich, wann immer möglich der erste Berichterstatter zu sein und da es sich heute um ein Heimspiel des EHC Thun handelt, ist damit zu rechnen, dass die selbsternannte Interlakner Presse keine drei Tage braucht, um ihren Matchbericht hochzuladen. Ich gebe es zu, ich mag das Grabengut. Es gibt (endlich wieder) Rugenbräu, nach Aarau die klar zweitbesten Bratwürste der Liga und Aschenbecher direkt neben dem Eis. Scheinbar soll es für die Teilnahme an der Swiss Regio League ja auch infrastrukturelle Anforderungen geben. Da die Thuner für diese Liga Feuer und Flamme sind, bleibt für sie zu hoffen, dass der Verband die selben Kriterien anwendet wie ich, denn sonst siehts schitter aus.

 

Bereits zu Spielbeginn gab Thun den Takt an. Aus einem frühen Unterseener Konter ergab sich eine 1 gegen 0 Situation. Wer weiss, was das für ein Spiel geworden wäre, wenn es da gekachelt hätte. Aber das tat es nicht und die Thuner Führung zeichnete sich immer mehr ab. Kurz nach Drittelshälfte wurde sie dann Tatsache. Die Hausherren blieben auch danach die spielbestimmende Mannschaft. Kurz vor der Sirene wurde es nochmals brenzlig vor ihrem Kasten, da hätten wir noch einmal die Chance gehabt, das Spiel in andere Bahnen zu lenken, stattdessen wurde nur eine Kostprobe der unfassbaren Offensivflaute serviert, die wir an diesem Abend an den Tag legten.

 

Im zweiten Drittel war dann die Thuner Überlegenheit noch um einiges deutlicher. Nicht einmal zwei Minuten brauchten sie, um das 2:0 zu erzielen. Konnte man unsere Leistung im ersten Abschnitt noch am Ehesten mit „verhalten“ umschreiben, so war sie nun im Keller angelangt. Hinten liessen wir unseren Goalie immer wieder im Regen stehen und vorne brachten wir fast kein Bein vors andere. Wobei bei all dieser Kritik nicht unerwähnt bleiben darf, dass an diesem Abend auch der Fanblock nicht die benötigte Unterstützung war. Der Unterseener Auftritt war eine Enttäuschung, auf dem Eis wie auf der Tribüne. Die Thuner konzentrierten sich nach dem zweiten Tor auf die Verwaltung des Vorsprungs und taten dies relativ souverän. Auch in unseren Powerplays kam kaum Torgefahr auf. Komplett aus heiterem Himmel fiel plötzlich trotzdem der Anschlusstreffer für unsere Jungs. Mit 1:2 ging es dann auch in die Pause. Das Beste an diesem Spiel (also jetzt mal abgesehen von Bier, Wurst und Nikotin) war definitiv das Resultat und das sagt bei einem Rückstand schon alles.

 

Auch im letzten Drittel machten wir nicht dein Eindruck, dieses Spiel unbedingt noch drehen zu wollen. Man kann natürlich immer nur so gut spielen, wie es der Gegner zulässt. Aber ich hatte nun wirklich nicht den Eindruck, dass sich uns da eine unüberwindbare Hürde entgegenstellt. Mag sein, dass die Thuner zeitweise mit angezogener Handbremse spielten, aber nach dem Anschlusstreffer hätte ich von einem amtierenden Vize-Schweizermeister ehrlich gesagt mehr erwartet. Aber gegen uns reichte auch das, um eher früher als später zum dritten Ofen zu kommen. Danach gab es nochmals mehrere Powerplaychancen für uns und wer noch nicht bemerkt hatte, dass bei uns an diesem Abend der Wurm drin war, bekam es nun nochmal auf eindrücklichste Art und Weise präsentiert. Schlussendlich versuchten wir es dann sogar noch mit 6 gegen 4 und frassen einen Shorthander. Dass es drei Sekunden vor Schluss doch noch für einen Powerplaytreffer reichte, interessierte dann auch niemanden mehr.

 

Immerhin sind wir immer noch auf Schlagdistanz zu den Top 8 aber mit solchen Leistungen wird das nicht lange so bleiben. Auch wenn ich weiss, dass es niemanden interessiert, möchte ich doch noch darauf hinweisen, dass am Mittwoch das Cupspiel gegen Lyss stattfindet. Wobei man dieses Jahr noch nicht mal jemandem böse sein kann, wenn es ihn nicht interessiert. Der Entscheid, ob es nächstes Jahr überhaupt noch einen Cup gibt, wird nämlich erst nach diesem Spiel gefällt. Eine solche Tubeli-Organisation findet man wohl auch weltweit nirgendwo ausser bei unserem Tischbomben-Verband.

 

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